Staatsmeister Kevin Kamenschak (ATSV Linz LA) hatte bei den Crosslauf-Europameisterschaften 2025 in Lagoa einen äußerst unglücklichen Wettkampf. Der 21-jährige Oberösterreicher wurde im U23-Rennen früh in mehrere Zwischenfälle verwickelt und musste einen Großteil der 5.960 Meter langen Strecke unter denkbar schwierigen Bedingungen absolvieren.

Bereits in der hektischen Startphase bekam Kamenschak zwei Ellbogen von Konkurrenten ab. Nach rund 300 Metern, als sich die Strecke verengte, wurde er in die Streckenbegrenzung gedrängt, blieb hängen und stürzte hart zu Boden. Trotz des Rückschlags rappelte sich der U23-EM-Achte des Vorjahres rasch auf und versuchte, wieder ins Rennen zu finden.

Doch das Pech verfolgte ihn weiter: Bei einem Überholmanöver stieg ihm ein Kontrahent auf die Ferse, wodurch sich Kamenschaks linker Spikeschuh löste. „Es ist alles sehr schnell gegangen. In diesem Moment habe ich gedanklich mit dem Rennen abgeschlossen“, schilderte er später.

Trotz großer Schmerzen entschied sich Kamenschak, den Wettkampf mit nur einem Schuh fortzusetzen. „Ich habe noch nie ein Rennen aufgegeben und das wollte ich beibehalten“, erklärte er. Ohne Halt und Dämpfung war jeder Schritt extrem schmerzhaft, insbesondere in den bergab führenden Passagen. „Es hat sich angefühlt, als würde ich barfuß über Legosteine laufen.“

Zur Rennmitte entdeckte Kamenschak seinen verlorenen Schuh am Streckenrand, hielt kurz an und zog ihn wieder an. Zu diesem Zeitpunkt war ein konkurrenzfähiges Resultat jedoch nicht mehr möglich. Am Ende belegte er Rang 65 von 74 Finishern in einer Zeit von 19:47 Minuten – ein Ergebnis, das die tatsächliche Leistungsfähigkeit des Oberösterreichers in keiner Weise widerspiegelt.

Trotz des bitteren Wettkampfs bewies Kevin Kamenschak große mentale Stärke und Kampfgeist und brachte das Rennen unter extremen Umständen zu Ende.

Foto (C) ÖLV