Von 5. – 9. August fanden im US-Bundesstaat Oregon die 21. U20-Weltmeisterschafte in der Leichtathletik statt. Im legendären Hayward Field in Eugene durften sich auch zwei Athleten aus Oberösterreich gegen die besten Nachwuchs-Athlet:innen der Welt duellieren.

Stefan Gaisbauer (ULC Linz Oberbank) qualifizierte sich im Diskuswurf für die Meisterschaften und reiste mit einer PB von 58,68m in die USA. In der Qualifikation am Samstag konnte er aber diese gleich um mehr als 4m verbessern. Nach einem ungültigen 1. Versuch schleuderte er die 1,75kg Scheibe auf großartige 63,11m und holte sich die direkte Qualifikationsnorm (großes „Q“) für das Finale. Mit dieser Weite war er an diesem Tag sogar der Beste über beide Quali-Gruppen hinweg. Sein Wurf war auch der zweitweiteste in der österreichischen Geschichte: Nur Lukas Weißhaidinger warf bei seinem EM-Titel in Tallinn mit 63,82m weiter.

In der letzten Session der Meisterschaft am Sonntag war dann Gaisbauer im Finale im Einsatz. Als Quali-Gewinner durfte er die Konkurrenz eröffnen und schrieb mit 56m an. Im zweiten Versuch nahm er mehr Risiko und warf den Diskus abermals über 60m. Mit tollen 62,19m und dem zweitweitesten Wurf seiner Karriere schob er sich auf den siebten Platz. In den nächsten Versuchen konnte er sich nicht mehr steigern, die Konkurrenten hinter ihm aber ebenfalls nicht, was im Endresultat Platz 7 in einem hochkarätigem Diskus-Finale bedeutete (Gold ging mit über 66m an des US-Amerikaner Rosselli). Es war auch Österreichs beste Platzierung bei dieser U20-Weltmeisterschaft.

In einem ersten ÖLV- Statement meinte Stefan Gaisbauer:

„Ich bin sehr zufrieden. Platz sieben hätte ich ganz ehrlich nicht erwartet. Ich bin mit dem Ziel hierhergekommen, hoffentlich die Qualifikation für das Finale zu schaffen. Dann durfte ich im Finale noch einmal werfen und bin tatsächlich unter die Top 10 gekommen – das ist schon etwas Besonderes. Es waren sehr starke Gegner dabei, und 13 Qualifizierte in einem Finale mit so einem großen Feld sind schon eine Ansage. Ich bin wirklich sehr zufrieden.“

Die letzten Jahre aufgebaut und betreut wurde Stefan durch Trainer Leo Kratky. Dieser meinte am Tag nach dem Finale zu Stefan´s Erfolg:

„Es ist wirklich großartig. Wir haben gewusst, dass bei Stefan solche Weiten möglich sind, schließlich hat er bereits im Training öfters über die 60m geworfen. Dass es dann zu so einer guten Platzierung reicht, ist super. Schließlich kann man die Leistungen der anderen nicht beeinflussen, und diese waren ja phänomenal. Da sieht man, auf was für einem hohen Niveau sich der Diskuswurf bzw. generell die Athletinnen und Athleten in diesem Alter bewegen. Ausschlaggebend für die Leistungssteigerung war sicher auch, dass wir -nach den doch vielen Wettkämpfen mit dem 2kg Männergerät im Frühjahr -die letzten Wochen auf den schweren Diskus verzichten konnten, dadurch konnte Stefan seine Schnellkraft voll abrufen. Ein wenig Zeit haben wir ja heuer noch. Vielleicht kann Stefan noch ein wenig drauflegen und sich den österreichischen Rekord schnappen.“

Oberösterreichs zweiter Vertreter in Eugene war Raphael Briel (ULC Linz Oberbank). Er hatte sich über die 400m Hürden qualifiziert und war am zweiten Wettkampftag im Einsatz. Briel startete im ersten von gleich 8 (!) Vorläufen auf Bahn zwei. Leider verlief das Rennen überhaupt nicht nach seinen Vorstellungen, musste er bereits bei der dritten Hürde seinen geplanten Schrittrhythmus umstellen. Die dadurch verlorene Geschwindigkeit konnte er im restlichen Rennverlauf leider nicht mehr kompensieren, womit er auch deutlich hinter seiner Bestzeit finishte. Mit seinen 55,33s belegte Briel schlussendlich bei seinen ersten Weltmeisterschaften Rang 64.

In seinem Statement zum ÖLV gab er sich enttäuscht jedoch motiviert in Hinblick auf seine Zukunft:

„Ich bin mit Zielen hierhergekommen, die ich leider nicht erreichen konnte. Das zeigt aber auch, dass noch viel Arbeit vor mir liegt und es noch einiges zu verbessern gibt. Ich muss aus diesem Rennen lernen und mitnehmen, was heute passiert ist. Es war nicht so, wie ich es mir vorgestellt habe, aber es ist eine Erfahrung, die mich weiterbringen wird. Die Atmosphäre beim Lauf war sehr cool, auch wenn sie mir heute nicht geholfen hat, meine beste Leistung abzurufen.“

Der OÖLV gratuliert Stefan und Raphael herzlichst zu ihren Leistungen!

Text: S. Vala

Fotos: © ÖLV / Aaron Bui