Andras Berger mit Gold über 200m und Silber über 100m – Helmut Matzner holt im Dreisprung Silber

Austria

12 Austria Mastersathleten davon 3 aus Oberösterreich sind bei der WM in Daegu gestartet

Erreicht wurden:

9 Goldmedaillen, 5 Silber und 2 Bronze gesamt 16 Medaillen das ist der 20. Platz für Austria

Wettkampfbericht von Christan Hell M40

Ich erreichte das WM-Finale über 1500 Meter

Bei den Masters-Weltmeisterschaften in Daegu (Südkorea) durfte ich mich über den Einzug ins Finale über 1500 Meter und den 12. Platz freuen. Damit habe ich mein persönliches WM-Ziel erreicht.

Nach meinem internationalen Debüt bei den Europameisterschaften im vergangenen Herbst war für mich klar, dass ich auch bei einer Weltmeisterschaft dabei sein möchte. Der Weg dorthin war heuer allerdings nicht ganz problemlos: Aufgrund von Hamstring-Problemen konnte ich erst im Juni wieder mit dem Sprinttraining beginnen. Dadurch war die Vorbereitung auf die Weltmeisterschaften alles andere als optimal.

Die Meisterschaften in Daegu waren hervorragend organisiert. Eine besondere Herausforderung waren allerdings die klimatischen Bedingungen: Temperaturen von über 30 Grad und eine Luftfeuchtigkeit von mehr als 70 Prozent machten die Wettkämpfe zu einer echten Belastungsprobe.

Der 800-Meter-Lauf zu Beginn der Meisterschaften lief für mich noch nicht nach Wunsch – ich verpasste den Einzug ins Finale. Vielleicht war es zu diesem Zeitpunkt auch noch etwas früh, um mich an das subtropische Klima zu gewöhnen. Beim 1500-Meter-Vorlauf konnte ich mich dann bereits besser auf die Bedingungen einstellen und schaffte den Einzug ins Finale.

Über 1500 Meter ins WM-Finale zu kommen, war für mich besonders erfreulich, denn eigentlich liegt meine Spezialdisziplin im 800-Meter-Lauf. Auf die 1500 Meter habe ich nicht speziell hintrainiert, und auch das Tempo liegt mir naturgemäß weniger. Umso größer war die Freude, trotzdem das Finale erreicht zu haben und dort den 12. Platz zu holen.

Die extremen Bedingungen sorgten bei vielen Athleten für deutlich langsamere Zeiten als gewohnt. Für mich war es jedenfalls eine tolle Erfahrung – auch wenn ich nach diesen Meisterschaften wohl eher wieder einen kühleren Wettkampfort bevorzugen würde. Umso mehr freue ich mich bereits auf die Europameisterschaften im kommenden Jahr in Finnland.

Wettkampfbericht von Andreas Berger M65

Von Verletzungssorgen zum Weltmeistertitel

Mit Silber über 100 Meter und Gold über 200 Meter kehrte Andreas Berger von der Masters-Weltmeisterschaft in Daegu zurück. Noch wenige Wochen vor dem Abflug war allerdings völlig unklar, ob ein Start überhaupt möglich sein würde.

Gemeinsam mit seiner Frau Moni sowie seinem langjährigen Trainer Heimo Tiefenthaller und dessen Frau Margit reiste Berger zur Masters-Weltmeisterschaft nach Südkorea. Das erklärte Ziel war eine Medaille – doch die Vorbereitung verlief in den letzten Wochen alles andere als planmäßig.

Bis Mitte Juli hatte das Training nahezu perfekt funktioniert. Sechs Wochen vor der Weltmeisterschaft stoppte Berger jedoch eine Zerrung im rechten Beinbizeps.

„Im ersten Moment dachten wir schon, dass es das gewesen sein könnte“, erinnert sich Berger. Da die gesamte Reise bereits gebucht war, entschied sich das Quartett dennoch für den Flug nach Daegu. Erst vor Ort sollte sich zeigen, ob das Bein den Belastungen eines Wettkampfs standhalten würde.

Silber über 100 Meter

Der Vorlauf über 100 Meter wurde damit zum ersten echten Belastungstest. Berger konnte das Rennen noch kontrolliert gestalten und gewann dabei vor allem eines: Sicherheit.

Im Semifinale erhöhte er den Einsatz, ohne das volle Risiko zu nehmen. Auch dieser Test verlief erfolgreich. Im Finale mobilisierte Berger schließlich alles, was an diesem Tag möglich war, und sprintete zur Silbermedaille.

„Mit dem zweiten Platz war ich sehr glücklich. Nach den Problemen in der Vorbereitung war diese Medaille alles andere als selbstverständlich.“

Neuerliche Sorgen über 200 Meter

Nach drei wettkampffreien Tagen folgten die 200 Meter. Im Vorlauf verspürte Berger nach rund 40 Metern einen leichten Stich in der rechten Leiste. Er nahm sofort etwas Tempo heraus und lief das Rennen kontrolliert zu Ende.

Erneut stand die Frage im Raum, ob die Weltmeisterschaft damit vorzeitig beendet sein könnte. Nach einer intensiven Behandlung durch Trainer Heimo Tiefenthaller konnte Berger am nächsten Tag jedoch weitgehend beschwerdefrei aufwärmen.

Das Semifinale legte er bewusst als Steigerungslauf an. Mit zunehmendem Tempo wollte er testen, wie die Leiste auf die Belastung reagierte. Es zwickte zwar noch leicht, der Körper hielt jedoch stand – und der Einzug ins Finale war geschafft.

Im Finale gab es nur noch volle Attacke

Im Endlauf war taktisches Zurückhalten keine Option mehr. Berger ging volles Risiko und kämpfte bis zur Ziellinie.

„Im Finale gab es ohnehin nur noch volle Kanne. Ich habe wirklich mein letztes Hemd gegeben.“

Am Ende war Berger der Schnellste und sicherte sich über 200 Meter den Weltmeistertitel in der Klasse M65.

Damit endete eine Weltmeisterschaft, die wenige Wochen zuvor noch auf der Kippe gestanden war, mit zwei Medaillen: Silber über 100 Meter und Gold über 200 Meter.

Die Leiste hielt bis zum Schluss. Nun stehen für den frischgebackenen Weltmeister zunächst zwei Wochen Erholung auf dem Programm.

Wettkampfbericht von Helmut Matzner M70

Anreise mit Hindernissen
Meine Anreise gestaltete sich aufgrund einer minimalen Verzögerung in Shanghai unerwartet kompliziert. Da ich meinen Anschlussflug um lediglich zwei Minuten verpasste, musste ich einen zweitägigen Zwangsaufenthalt in Shanghai einlegen. Ich erreichte den Wettkampfort schließlich direkt am Tag des Hochsprungbewerbes – exakt zwei Stunden vor dem offiziellen Beginn. Trotz dieser extrem kurzen Vorbereitungszeit konnte ich plangemäß an den Start gehen.

Hochsprung: 6. Platz mit einer übersprungenen Höhe von 1,30 m

Weitsprung: 4. Platz mit einer Weite von 3,98 m

Speerwurf: 5. Platz mit einer Weite von 34,62 m

Dreisprung: 2. Platz (Silbermedaille) mit einer Weite von 9,98 m

Anmerkung zum Bewerb Dreisprung: Aufgrund einer kurzfristigen und von mir unbemerkt gebliebenen Demontage des 9-Meter-Balkens mein Absprung vom falschen Balken führte zu einem ungültigen Versuch. Mit zwei verbleibenden gültigen Sprüngen konnte ich mir dennoch den zweiten Gesamtrang sichern.

Meine sportlichen und organisatorischen Erkenntnisse

Logistik: Für zukünftige internationale Einsätze habe ich gelernt, dass das Reisen mit leichtem Gepäck absolut ratsam ist, um bei Flugverzögerungen flexibel zu bleiben.

Sportliche Methodik: Im höheren Athletenalter erweisen sich kürzere Anläufe für mich als deutlich effizienter und kräfteschonender.