Lukas Weisshaidinger gewinnt WM-Bronzemedaille

Großartiger Lukas Weißhaidinger holt erste Medaille für Österreich

Drei Ziele hatten Lukas Weißhaidinger (ÖTB OÖ LA) und sein Trainer Gregor Högler für die WM definiert: 1.) besser zu sein als Platz 9 bei der letzten WM, 2.) bester männlicher Teilnehmer jemals bei einer WM zu werden, 3.) eine Medaille zu holen – Mission erfüllt!

Wie schon bei der EM in Berlin hatte der Dritte der Jahres-Weltbestenliste auch diesmal in der Qualifikation Probleme, diesmal auch durch den nicht zugelassenen Diskus bedingt. Auch für das Finale wurde sein Standard-Diskus vom Kampfgericht nicht zugelassen und er musste wiederum auf sein Ersatzgerät zurückgreifen. Doch schon mit dem ersten Versuch zeigte der Oberösterreicher, dass er dieses Theater hinter sich gelassen hatte und ging mit tollen 66,74m gleich in Führung. Sowohl bei ihm, als auch bei Trainer Gregor Högler, wanderte die Faust hoch nach oben.

Wie angekündigt gab es heute nur volle Attacke mit entsprechendem Risiko, das manchmal auch schiefgehen kann. Versuch 2 war zu flach angesetzt und wurde ungültig gemacht, Favorit Daniel Stahl (SWE, 67,59m) und Fedrick Dacres (JAM, 66,94m) schoben sich am 27-Jährigen vorbei. Im dritten Wurf gab es eine Steigerung auf 66,82m, es blieb aber bei Zwischenrang 3. Das Feld schob sich weiter zusammen, nur knapp hinter Lukas Weißhaidinger lagen jetzt Alin Firfirica (ROM, 66,46m) und Apostolos Parellis (CYP, 66,32m NR). Durchgang 4 (ungültig) und 5 (63,74m) brachten keine Verbesserung, im sechsten und letzten Versuch zeigte der Taufkirchner mit 66,35m noch einmal einen starken Wurf. Da sich aber auch alle anderen Werfer nicht mehr steigern konnten, blieb es bei Platz 3. Damit war die erste Medaille eines männlichen ÖLV-Athleten fix und der Jubel bei Lukas Weißhaidinger und Trainer Gregor Högler groß.

Die bisher besten Platzierungen bei einer WM hatten mit jeweils Platz 7 Klaus Bodenmüller (Kugelstoß) 1987 in Rom und Hermann Fehringer (Stabhochsprung) 1991 in Tokio erzielt. Medaillen gelangen bislang nur zwei Frauen, nämlich Silber 2001 in Edmonton durch Stephanie Graf (800 m) und Bronze 1993 in Stuttgart durch Sigrid Kirchmann (Hochsprung).

Der Sieg ging mit 67,59m an Daniel Stahl (SWE), Silber holte Fedrick Dacres (JAM), der auf 66,94m kam und damit nur 12cm Vorsprung auf Bronze hatte. Lukas Weißhaidinger erhält mit Rang 3 neben der IAAF-Prämie von 20.000 US Dollar auch die WM-Prämie von ÖLV-Teamsponsor HELVETIA, der für Bronze 25.000 Euro drauflegt.

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ch habe nach der nicht einfachen Qualifikation den Druck heute richtig gespürt. Ich bin aber ein Typ fürs Finale, das Attackieren und Jagen mag ich. Das ist mir ab dem ersten Versuch voll aufgegangen. Ich wollte auch Silber und Gold noch attackieren, denn die waren auch nicht außer Reichweite. Aber auch von hinten haben Zwei richtig angedrückt, es war ein extrem elektrisierender Wettkampf. Der Plan war von Beginn an alles reinzulegen, dass es genauso funktioniert ist ja nie sicher. Es ist ein überwältigendes Gefühl, aber auch noch surreal. Darüber, dass ich den Ersatzdiskus nehmen musste, habe ich mir gar keine Gedanken gemacht. Ich habe mir gesagt, das wird der Diskus, mit dem ich heute weit werfen werde und genau das habe ich auch gemacht.

Auf diese Medaille bei einer WM, noch dazu als erster Österreicher, bin ich extrem Stolz, denn damit habe ich sicher ein bisschen österreichische Sportgeschichte geschrieben. Ich habe mir in den letzten Jahren viele Gedanke darüber gemacht, ob das überhaupt möglich ist. Es zeichnet auch die ganze Arbeit aus, die das ganze Team leistet. Es war für die Zuseher daheim genau wie für mich sicher ein Wahnsinnswettkampf. Ich habe nach dem dritten Versuch einen Schrei rausgelassen, da haben alle gesehen wie viel mir das bedeutet hat. Die WM-Prämie von Helvetia war sicher eine Extraportion Motivation für mich, danke dafür. Jetzt freu ich mich auf die Medaille morgen, aber heute Abend wird einmal ordentlich gefeiert.“

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Coach Gregor Högler: „Es war ausgemacht, dass er den ersten Wurf riskiert, entweder er ist ungültig oder er führt, und das ist aufgegangen. Es war heute nach vorne und nach hinten knapp, da war alles möglich. Die erste Medaille auf Weltbühne nehmen wir aber gerne, egal welche Farbe sie hat. Ich bin überglücklich und kann Luki nur gratulieren, wie er die Anweisungen immer umsetzt, das macht einfach Spaß. Aber wir dürfen nicht das ganze Team mit Physio und Arzt vergessen. Und auch die ganzen Firmen aus der Wirtschaft, die uns mit Kühlwesten, Trainingsgeräten und vielem anderen unterstützen sind ein wichtiger Erfolgsfaktor. Vielleicht können wir jetzt dem ganzen Sommersport in Österreich als Vorbild dienen, denn wenn man in der Leichtathletik eine Medaille macht, dann sieht man was alles möglich ist.“

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Ergebnis

Text: Georg Franschitz/ ÖLV